Buchtipps

Das haben unsere Experten für Sie (auf-)gelesen: Spannende Fachbücher, die Sie kennen sollten...

Basiswissen Softwarearchitektur: Verstehen, entwerfen, wiederverwenden

Autoren:
Torsten Posch

Klaus Birken
Michael Gerdom

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Preis: 41,90
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380 Seiten
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Verlag: Dpunkt Verlag
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Auflage: 3. akt. und erweiterte Aufl.

(18. April 2011)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3898647366

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ISBN-13: 978-3898647366

 

 

Vom architektonischen Verstehen, Entwerfen und Wiederverwenden

Aus dem dpunkt.verlag stammt das Buch "Basiswissen Softwarearchitektur Verstehen, entwerfen, wiederverwenden". Zu seinen Autoren gehören Torsten Posch, Klaus Birken und Michael Gerdom. Auf rund 361 Seiten adressiert die dritte Auflage verschiedene Aspekte des Themas Softwarearchitektur. Darunter Grundlagen, das Verhältnis von Architektur zur Organisation, das Vorgehen beim Entwurf, dessen Einflussfaktoren sowie Dokumentation von Architekturen, ein Werkzeugkasten für Architekten, Industrielle Softwareentwicklung, Produktlinien und modellbasierte Ansätze. Wohltuend wirkt dabei die Tatsache, dass sich das Buch tatsächlich auf Architektur fokussiert und keine langatmigen Abstecher in andere Gebiete macht. Es richtet sich explizit an die Zielgruppe der Projektleiter und Softwareentwickler. In den ersten Kapiteln erfährt der Leser warum Softwarearchitektur überhaupt wichtig ist und wie sich das Thema in Projektorganisationen einbettet. Dass es für größere Projekte nicht nur einen Architekten geben kann, sondern ein Architekturteam, dafür aber einen Chefarchitekten, gehört zu den wichtigen Ausführungen. Der sollte aber nicht Kompromisse eingehen, wie die Autoren anmerken, sondern gute und tragfähige Entscheidungen mit anderen Rollen treffen. In den nachfolgenden Kapiteln beschreibt das Buch die notwendigen Schritte zur Vorbereitung des Entwurfs sowie den Entwurf selbst. Es gehört zu den Stärken des Buches, sich dabei nicht nur auf Technologie und Werkzeuge zu beschränken, sondern auch verschiedene Arten von Einflussfaktoren zu beleuchten. Für den Entwurf sollten Architekten ein iterativ-inkrementelles Vorgehen nutzen, weil sich Architekturentwurf nicht als

Einbahnstraße entpuppt, sondern als "Piecemeal Growth", bei dem der Entwurf Schicht für Schicht wächst. Ein Big Bang lässt sich nicht mehr kontrollieren, ein iterativer-inkrementeller Ansatz schon. Damit der Leser das alles nachvollziehen kann, beinhaltet das Buch ein Fallbeispiel, das aber zu schlank ist, um die konzeptionellen Aussagen exemplarisch nachvollziehen zu können. Im letzten Teil des Buches streifen Posch, Birken und Gerdom dann noch fortgeschrittene Themen wie Produktlinien oder modellbasierte Ansätze à la MDA und DSLs. Dadurch erhält der Leser ein sehr abgerundetes und gutes Bild davon, welche Herausforderungensich heute dem Architekten stellen.

Wo Licht, da bekannterweise auch Schatten. Nicht umsonst steckt der Begriff "Basiswissen" im Titel. Demzufolge können viele der Kapitel einzelne Themen nur anreissen, aber nicht vertiefen. Exemplarisch seien hier die Erläuterungen zu architektonischen Bewertungen erwähnt, die zwar einen guten, wenn auch nicht vollständigen Einblick in die Materie geben. Dadurch regen die Autoren zwar den Appetit an, können ihn aber nicht stillen. Zudem wäre ein Kapitel zu Embedded Systemen beziehungsweise System Engineering  wünschenswert, die besondere Randbedingungen besitzen. In dem Kapitel über Softwareentwicklung im industriellen Maßstab kommt zwar Wiederverwendung zur Sprache, nicht aber Problematiken wie Produkt- versus Lösungsgeschäft oder zum Beispiel Entwurf über mehrere Standorte hinweg. Auch sollten sich die Autoren für weitere Neuauflagen überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, MDA bei den modellbasierten Verfahren in den Vordergrund zu stellen. Jedenfalls hält sich dessen Verbreitung in der Praxis sehr in Grenzen. Das alles ist natürlich dem Problem geschuldet, dass ein Buch es nicht allen Lebenslagen und Bedürfnissen recht machen kann.

Insgesamt erweist sich "Basiswissen Softwarearchitektur" als lesenswerte und wichtige Lektüre für die angesprochene Zielgruppe. Es verschafft einen Einblick in architektonisches Arbeiten, ohne den Leser mit Information zu erschlagen. Für Manager in Entwicklungsabteilungen dürfte es auch eine interessant Lektüre darstellen, für praktizierende Softwarearchitekten nur bedingt.

Michael Stal

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Rezension zum Buch:

Testen in Scrum-Projekten - Leitfaden für Softwarequalität in der agilen Welt, von Tilo Linz

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