Thema: Cloud Computing

Für die einen ist es alter Wein in neuen Schläuchen, für die anderen ein echter Paradigmenwechsel: Cloud Computing soll den „persönlichen Computer“ mit eigenen Programmen ablösen. Lesen Sie, was unsere Experten dazu meinen....

Prof. Dr. Wilhelm Schäfer ist Vizepräsident für Forschung an der Universität Paderborn. Am dortigen Institut für Informatik leitet er das Fachgebiet Softwaretechnik.

Alle reden über das Thema Cloud. Aber haben wir hier wirklich eine nachhaltige Entwicklung vor uns? Wilhelm Schäfer meint in Ausgabe 6-2011 von OBJEKTspektrum: "Die Cloud ist mit Sicherheit ein wichtiger Trend in Richtung Professionalisierung des Betriebs. In diesem Zusammenhang spielen Safety und Security natürlich eine ganz herausragende Rolle. Die Cloud wird für viele relevant. Die technologische Basis ist vorhanden: Rechnerleistung und Breitbandverbindung lassen die Rechenleistung nahezu beliebig auf der Welt verteilt zu. Wir haben an der Universität Paderborn gerade einen Sonderforschungsbereich "On the Fly Computing" gestartet, der in den nächsten zwölf Jahren Techniken und Verfahren zur automatischen On-the-Fly-Konfiguration und zur Ausführung von individuellen IT-Dienstleistungen aus Services untersucht, die auf weltweit verfügbaren Märkten gehandelt werden. Hier ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht."

 

Cloud Computing - Evolution in der Technik, Revolution im Business

BITKOM-Leitfaden

Sprecher / Autor: Gerald Münzl, IBM Deutschland GmbH, Bernhard Przywara, Sun Microsystems GmbH, Dr. Martin Reti, T-Systems Enterprise Services GmbH, Dr. Jörg Schäfer, Accenture GmbH, Karin Sondermann, Microsoft Deutschland GmbH, Dr. Mathias Weber, BITKOM e.V. Andreas Wilker, Bechtle GmbH & Co. KG, u.v.a.

Die zugrundeliegende Technologie ist nicht neu, doch die Konsequenzen für die Geschäftsmodelle von IT-Anwen­dern und -Anbietern können kaum überschätzt werden: Beim Cloud Computing werden IT-Leistungen bedarfsge­recht und flexibel in Echtzeit als Service über das Internet oder innerhalb eines Firmennetzwerks bereitgestellt und nach Nutzung abgerechnet. Die IT-Leistungen können sich auf Software, Plattformen für die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen sowie die Basis-Infra­struktur wie beispielsweise Speicherplatz beziehen. Einer der vielen Vorteile für die Anwender: Aus fixen Investiti­onen werden variable Kosten. Heute erscheint es schwer vorstellbar, dass Unternehmen in Zukunft ihre starre hausinterne IT flexibel und dynamisch steuern können. In zehn Jahren wird das in vielen Fällen ein Stück Normalität sein. Dann werden fast alle Unternehmen Cloud Compu­ting nutzen – zumindest ergänzend.   

Die Folgen für die IT-Anbieter: Der Bedarf an technischer Infrastruktur-Expertise wird sinken, da diese Dienste zen­tralisiert und konzentriert werden. Für Software-Anbieter verschiebt sich das klassische Lizenzgeschäft in Richtung „Software as a Service“, also hin zur Bereitstellung und Betreuung von Software als Dienstleistung über das Inter­net. Hardware-Hersteller werden wenige, dafür große Cloud-Rechenzentren beliefern.   

Für die Anwender hat Cloud Computing viele Vorteile. Interessenten finden Anwendungsbeispiele in diesem Leitfaden. Kurz gesagt: Kleine und neugegründete Unter­nehmen profitieren insbesondere vom umfangreichen Lösungsangebot, das ständig weiterentwickelt wird. Sie können ihre Ideen schnell und professionell via Internet realisieren und ihren Kunden und Partnern präsentie­ren. Zusätzlich können sie schnell (virtuelle) Unterneh­mensverbünde gründen, um ihre Produkt- und Service-Angebote zu erweitern und zu kombinieren. Die IT in der Cloud unterstützt sie dabei dynamisch und ohne große Investitionen.   

Mittelständische Unternehmen profitieren von der Effizienz und Geschwindigkeit im Marktzugang. Im globalen Wettbewerb helfen dynamische IT-Lösungen, die bislang größeren Unternehmen mit entsprechenden IT-Abteilungen vorbehalten waren – etwa ein internatio­nal einheitliches Kundenmanagement-System.  Große Unternehmen können mit Cloud Computing ihre IT flexibilisieren. In solchen Firmen schwankt der Bedarf an Rechenkapazität sehr stark. Derzeit ist die interne IT auf Spitzenlast ausgelegt. Mit Cloud Computing können die Bedarfspitzen schnell und günstig abgefedert werden.  Kein Wunder, dass das Marktwachstum von Cloud Computing beeindruckend ausfällt. Die Marktforscher von Gartner bewerten den weltweiten Markt für das Jahr 2008 mit über 46 Milliarden US-Dollar mit einer Steigerung bis 2013 auf über 150 Milliarden US-Dollar. Die Umsätze auf dem deutschen Markt sollen laut TechConsult von derzeit rund 285 Millionen auf über 560 Millionen Euro im Jahr 2011 steigen. Das entspricht einem durchschnittlichen Marktwachstum von fast 37 Prozent pro Jahr – ein solcher Wert wird in kaum einem anderen Segment des ITK-Marktes erreicht.   

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