Thema: Software-Qualität und Testen

Gute Software-Qualität entsteht nicht alleine. Sie muss gesteuert werden. Und Testing hilft dabei, zu wissen, wo man ist und wo nachgesteuert werden sollte. Beides will gelernt sein. Unsere Experten sagen Ihnen, wie es gehen kann.

 

Dr. Frank Simon hat Informatik studiert und im Bereich der Qualitätssicherung promoviert. Über die Etablierung neuer technikfokussierender Test-Services (z.B. automatisierte Code-Reviews und Architekturevaluationen) hat er in der SQS das gesamte Test- und Qualitätsbusiness kennengelernt. Heute leitet er dort SQS Research, um existierende Services zu verbessern (z.B. MBT) und neue Services zu erarbeiten und auszurollen (z.B. Cloud-Testing). Er hat viele Bücher und Artikel im Bereich des Qualitätsmanagements veröffentlicht, pflegt zweimal pro Woche einen Blog (www.diagnostiker-blog.de)  und nimmt aktiv an öffentlich geförderten Forschungsprojekten teil. Er leitet innerhalb der BITKOM den Arbeitskreis „Software-Entwicklungsprozesse und Werkzeuge“ und ist seit über 1 Jahr Mitglied des German Testing Boards (GTB).

Wie langweilig: Software-Qualität und Testen! Natürlich wollen wir alle perfekte Qualität, natürlich sollte das dann am Ende auch noch jemand testen, und natürlich achten wir auf die Kosten bei vertretbarem Risiko. Wofür dann noch ein  eigener Themenchannel, wenn schon alles bekannt ist?

Solange für viele Testen immer noch eine Aktion am Ende der Entwicklung ist, solange sich Qualität auf die Funktionalität von Applikationen beschränkt und solange Kosten und Risiken nach Bauchgefühl geplant und nicht mehr systematisch nachgehalten werden bedarf es der Testexperten, der Qualitätsmanager und der Software-Qualitäts-Evangelisten, die dieses eindimensionale Verständnis dieser Disziplin korrigieren. Testing und Softwarequalität hat noch deutlich mehr zu bieten, als aktuell in den meisten Unternehmen eingesetzt wird.

 Die wichtigsten 6 Axiome dieses Themenchannels sind:

· Software-Qualität lässt sich über das Testen der Einhaltung von Anforderungen systematisch ermitteln.

· Es gibt eine Unterscheidung in Produktqualität und Gebrauchsqualität, begründet durch unterschiedliche Anforderungskataloge.

· Qualität als Wunsch: Die Kunst ist es, sich die richtigen Sachen richtig zu wünschen. Dieser Wunsch umfasst mehr Artefakte als die Applikation und mehr Anforderungen als die Funktionalität.

· Testen folgt dem Qualitätsmanagement: Ohne Qualitätsziel kein effektives testen

· Der Zweck des Testens ist die Demonstration, dass die Anforderungen erfüllt sind, dass es sich um die richtigen Anforderungen handelt und ggf. dass Abweichungen vorliegen.

· Vollständiges Testen ist heute kaum mehr möglich: Es folgt dem Qualitätsmanagement und arbeitet mit dem Risikomanagement zusammen: Letzteres liefert dem Tester Arbeitsschwerpunkte und erhält im Gegenzug von ihm Risiken und Abweichungen.

Das klingt sicher nicht so attraktiv wie Cloud-computing, Mobile Computing oder Internet der Dinge, hat aber für all diese Trends einen nicht minderwichtigen Wert. High-Quality-Software spielt hier überall eine wichtige wenn nicht existentielle Rolle. Und je mehr Alternativen der Kunde hat, desto wichtiger kann das Distinktionsmerkmal Qualität sein. Dies kann insbesondere für den europäischen Raum mit seiner hohen Kostenstruktur relevant sein: Software made in Europe als unsere gemeinsame Vision!

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