CORBA und Java

CORBA & Java: Gemeinsam sind wir stark

JavaSPEKTRUM - Ausgabe 04/1996
Titelthema: CORBA und Java

Leseprobe: Mit einer Kombination aus Java und CORBA lassen sich Internet und Unternehmensnetze zu einem einheitlichen Gesamtsystem vereinigen. Ein solcher Ansatz bietet das Beste aus beiden Welten: Java erlaubt durch plattformunabhängigen Bytecode Portabilität von Anwendungen über Systemarchitekturen hinweg. Und zusätzlich die Mobilität von Code durch Laden von Applets über das Netz. CORBA wiederum erlaubt einer Java-Applikation, entfernte Dienste in Anspruch zu nehmen. Im Vergleich zur Benutzung der CGI-Schnittstelle ist dadurch die Entwicklung von Internet-Applikationen möglich, die mächtiger sind, zudem auch bessere Interaktivität und schnellere Antwortzeiten aufweisen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich für den industriellen Software-Entwickler bei der Implementierung sogenannter Three-Tier-Architekturen. Diese setzen sich aus drei Schichten zusammen: Dem Datenbanksystem, den eigentlichen Benutzerapplikationen und in der Mitte - als Umsetzung der Geschäftslogik - den verteilten Business-Objekten. Für letztere ist die CORBA-Technologie geradezu prädestiniert, was Sun folgerichtig als Marketing-Argument für NEO und Joe nutzt. Von Vorteil sind in diesem Zusammenhang die Gemeinsamkeiten der Objektmodelle von CORBA und Java, beispielsweise das Interface-Konzept. Dadurch ist es möglich, das Objektmodell von CORBA fast nahtlos in Java umzusetzen, was die Aufgabe für den Programierer wesentlich erleichtert. CORBA und Java scheinen also in vielerlei Hinsicht geradezu füreinander geschaffen zu sein. Und Java soll auch der fast in der Versenkung verschwundenen OpenDoc-Technologie bald neuen Auftrieb verleihen. Aus vielerlei Gründen scheint somit die Kombination CORBA + Java ein Traumduo zu sein. Bleibt nur zu hoffen, daß die vorgestellten CORBA-Implementierungen uns Java-Entwickler möglichst bald als Endprodukte zur Verfügung stehen.

Autor(en): Michael Stal

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