Architekturen

Was meint Ihr Programm? Ein gelassenes Plädoyer für Verständlichkeit in der Programmierung

OBJEKTspektrum - Ausgabe Architekturen/2012
Titelthema: Architekturen

Leseprobe: Eine Aufgabe der Architektur ist es, sicherzustellen, dass Programme verständlich und nachvollziehbar sind. Aber bis zu welcher Ebene ist das möglich? Meinen Sie, dass objektorientierte Programme die Wirklichkeit repräsentieren oder zumindest repräsentieren sollten? Vertreten Sie leidenschaftlich ein "Ja" oder ein "Nein"? Oder schauen Sie vielmehr mit Resignation oder einer gewissen "Herablassung" auf diese Frage? Wenn wir Programme als Mittel der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine und vor allem zwischen Mensch und Mensch betrachten, können wir dieser Frage mit einer gewissen Gelassenheit begegnen. So ist für das gegenseitige Verständnis in der menschlichen Kommunikation erst an zweiter Stelle von Bedeutung, was die ausgetauschten "Zeichen" repräsentieren. An erster Stelle stehen die sich kontinuierlich entwickelnden Regeln ihrer Verwendung. Neben der Frage nach Verwendungsregeln ist die Frage nach der Repräsentation hilfreich, wenn man sich ihr pragmatisch nähert. Sofern wir uns auf die Lösungsdomäne beziehen, lässt sich zusätzlich Klarheit dadurch gewinnen, indem wir unterscheiden, ob wir unsere Software als Simulation oder Spiegel der Wirklichkeit verstehen oder aber als Fenster zur Wirklichkeit.

Autor(en): Daniel Speicher

Artikeljahresübersichten OBJEKTspektrum 2012

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